LaTeX Textsatzsystem

Wer größere Dokumente erstellen und dabei die volle Kontrolle möchte und dabei auch ohne einen WYSIWYG Editor (”What you see is what you get”) auskommt, für den stellt LaTeX bzw. eine entsprechende Distribution eine gute Wahl dar. Vor allem zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten, wie Studien- und Diplomarbeiten lohnt es sich mehr Zeit zu investieren um letzten Endes ein qualitativ hochwertiges Dokument zu erhalten.

Folgendes sind Vorteile und Stärken von LaTeX:

  • Die Formatierung wird getrennt vom Inhalt definiert
  • Sehr gutes Textsatz (Beispiel: Blocksatz verteilt Zeichen besser als die meisten Standardtextbearbeitungs-Anwendungen.
  • Erstellung von eigenen Makros leicht möglich und sehr praktischfür wiederkehrende Elemente
  • Erstellung von Verzeichnissen wie Inhalts-, Abbildungs-, Tabellen-, Listingverzeichnis oder Glossar leicht möglich.
  • Umfangreicher Formelsatz zur Anzeige von mathematischen Formeln
  • Es existieren vordefinierte Dokumentenklassen, die viele Einstellungen vornehmen
  • Zahlreiche Erweiterungspakete existieren und können eingebunden werden
  • Plattform unabhängig – das erstellte TeX-Dokument kann auf verschiedenen Plattformen ausgewertet werden, bei stets gleich bleibendem Endergebnis (als pdf, dvi oder ps Datei).

Folgendes wird für eine produktive Umgebung benötigt:

  1. Eine LaTex-Distribution für die entsprechende Zielplattform, beispielsweise MiKTeX für MS Windows.
  2. Einen Editor, beispielsweise TeXnicCenter.

Beide Komponenten können kostenfrei heruntergeladen werden.

  1. MiKTeX Installer herunterladen. MiKTeX 2.7: http://miktex.org/2.7/Setup.aspx
    1. Installer ausführen, alle Pakete herunterladen
    2. Nach Download: Setup im MiKTeX Verzeichnis ausführen. Beispiel: setup-2.7.3092.exe
  2. Nach erfolgreicher Installation, kann das TeXnicCenter installiert werden.
    1. Download von SourceForge: http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=36323
    2. Installation ausführen.
    3. Beim ersten Start fragt TeXnicCenter nach dem MiKTeX Installationsordner, dort muss das Unterverzeichnis “\Miktex\bin” des zuvor angegebenen Pfades angegeben werden.
    4. Danach wird der Standard-Reader abgefragt, der Adobe Reader kann hier beispielsweise eingestellt werden.

Nach diesen Schritten steht bereits eine arbeitsfähige Umgebung zur Verfügung. Ein Minimalbeispiel kann man sich bei Wikipedia ansehen. Nachfolgend ein Screenshot aus der TeXnicCenter Umgebung:

Für die Verwaltung von Literatur- und Quellverweisen bietet sich das ebenfalls kostenfreie JabRef an. (Java Runtime Environment wird benötigt!)

Hilfreiche Ressourcen

Da sich bei der Arbeit mit LaTeX oft neue Fragen aufwerfen, sind nachfolgend ein paar gute Quellen aufgeführt, die mir persönlich schon oft geholfen haben.

Dokumentationen

Buchempfehlungen

  • HELMUT KOPKA, LATEX, Bd. 1: Einführung, ISBN: 978-3827370389, Pearson Studium (Amazon)
  • HELMUT KOPKA, LATEX, Bd. 2, ISBN: 978-3827370396, Pearson Studium (Amazon)

19. August 2008

Empfehlung: Unlocker

Wer kennt das nicht: man möchte Dateien und/oder Ordner auf einer Platte löschen und erhält dabei stets die Meldung, dass das Löschen nicht möglich ist, da die Dateien noch von einer Anwendung verwendet werden. Meist hilft dabei einfach nur ein Neustart des Systems oder Warten und Hoffen, dass die ominöse Anwendung die unliebsamen Dateien in nächster Zeit frei gibt. Das Problem sind noch existierende Filehandles im Betriebssystem, die das Löschen natürlich verhindern müssen.

Wer sich existierende Filehandles einer Datei ansehen und ggf. löschen will, der kann das frei verfügbare Tool “Unlocker” verwenden. Nach der Installation findet sich, wenn dies bei der Installation entsprechend gewünscht wurde, ein praktischer Eintrag im Kontextmenu wieder. Um bestehende Filehandles anzuzeigen, reicht es die Datei auszuwählen und per Rechtsklick das Kontextmenu aufzurufen und den entsprechenden Eintrag “Unlocker” aufzurufen.

Sind bestehende Filehandles vorhanden, listet Unlocker diese in einem neuen Fenster auf und bietet einige Aktionen an. Möchte man das Filehandle löschen und die entsprechende Datei freigeben, markiert man das Filehandle und nutzt den Button “Freigeben”. Unlocker löscht das Filehandle anschließend. Bei hartnäckigen Fällen, kann man via Unlocker auch den Prozess beenden, und damit auch die Filehandles freigeben – dies geht über den Button “Prozess töten”.

Nachdem die Filehandles gelöscht wurden, kann man dies durch nochmaliges Aufrufen überprüfen. Sind keine Filehandles mehr vorhanden, zeigt sich folgendes Bild.

Auf diese Art und Weise lässt sich Zeit sparen und Frust vermeiden, vor allem wenn man nicht weiß, welche verkappte Anwendung die Datei verwendet.

4. August 2008