Archiv für ‘SharePoint’ Category

Multilinguale Softwareentwicklung: .NET Resource Files vergleichen und editieren

Software wird heutzutage oft für verschiedene Sprachen konzipiert, weshalb während der Software-Entwicklung eine Trennung von Layout und dem eigentlichen Text erfolgen muss um später die angezeigten Texte durch die ausgewählte Sprache ersetzen zu können. Dies wird mittels Resource Files umgesetzt, die eine Menge von Zeichenketten mit jeweils eindeutigem Zugriffsschlüssel enthalten. Für jede weitere Sprache wird ein neues Resource File angelegt, dass die gleichen Zugriffsschlüssel enthält wie die bereits bestehenden Resource Files – die entsprechenden Zeichenketten werden anschließend in die gewünschte Sprache übersetzt.

Soweit so gut. In der Praxis gestaltet sich die Entwicklung neuer Software-Module entsprechend umständlich, da jede neue Zeichenkette in alle vorhandenen Resource Files (je Sprache ein Resource File) eingetragen werden muss. In der Microsoft Entwicklungsumgebung Visual Studio 2008 gibt es dafür einen Editor, mit dem es möglich ist die Zeichenketten eines Resource Files tabelarisch darzustellen und zu beabeiten – eine Möglichkeit die Resource Files untereinander abzugleichen oder gemeinsam zu bearbeiten gibt es leider nicht.

Genau für diesen Zweck habe ich erst kürzlich eine super Anwendung gefunden, die dabei hilft mehrere Resource Files gleichzeitig anzuzeigen und zu bearbeiten. Nachfolgend weitere Infos dazu.

Zeta Resource Editor

Mit dem Zeta Resource Editor können mehrere .NET Resource Files gleichzeitig geöffnet werden und in einer tabellarischen Ansicht verglichen und bearbeitet werden. Der Editor markiert Felder mit einem gelben Hintergrund, falls eine Zeichenkette noch nicht übersetzt worden ist. Auf diese Art und Weise können Resource Files untereinander abgeglichen und Fehler schneller erkannt werden.

zeta-editmode.png

Für Übersetzungsmuffel ist auch eine “Schnellübersetzer” Funktion integriert worden, mit der man Texte in verschiedene Sprachen übersetzen lassen kann – über die Qualität der Übersetzung kann ich leider noch nichts berichten.

Download Zeta Resource Editor

Die Anwendung ist frei verfügbar und kann auf der Herstellerwebsite kostenfrei heruntergeladen werden: http://www.zeta-sw.com/zre/.

Auf der Website befinden sich auch weitere Informationen zur Handhabung des Tools in Form von kleinen Webcasts.

14. Juni 2009

SharePoint Datenmodellierung mit MS Visio

In größeren SharePoint Projekten gibt es oft komplexe Informationen und Daten zu verwalten. In der Planung ist eine detaillierte Datenmodellierung für eine adäquate Umsetzung des Datenmodells in SharePoint notwendig.
Für die Datenmodellierung bietet sich MS Visio 2007 an, genauer gesagt das Klassendiagramm aus der Standard UML 1.3 Vorlage.

Die SharePoint Listenspalten können als Attribute einer jeweiligen Klasse dargestellt werden, deren Datentyp den SharePoint-Column Types entspricht. Dafür habe ich eine Visio-Vorlage erstellt, die als Ausgangspunkt zur Erstellung eines SharePoint Datenmodells dienen kann.

Folgende SharePoint Columns sind als Datentypen in der Visio Vorlage enthalten:

  • Boolean
  • Choice
  • Note
  • Text
  • Lookup
  • URL
  • User
  • Lookup
  • Calculated
  • Currency
  • DateTime

Diese Datentypen sind in einem Paket namens “WSS” enthalten und können bei der Klassifizierung von Klassenattributen verwendet werden.

urlaubsantrag-antragsteller-user.png

Neben der Modellierung der eigentlichen Datenstrukturen ist es auch notwendig die tatsächliche Website-Struktur der zukünftigen SharePoint-Lösung zu modellieren. Für dieses Modell einer Website-Struktur bietet sich wieder das UML 1.3 Klassenmodell von Visio an. Für die Modellierung muss zwischen SiteCollections, Websites, Listen, Dokumentenbibliotheken und Content Types unterschieden werden, dafür habe ich in der Vorlage folgende UML Stereotypes angelegt:

  • SPList
  • SPDocLib
  • SPWeb
  • SPSite
  • SpContentType

Diese Stereotypes kann man nun den entsprechenden UML-Klassen zuordnen und somit eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen SharePoint Elementen im UML-Modell treffen.

urlaubsantrag-contenttype.png
Ein kleiner Ausschnitt aus dem Beispielmodell von oben ist nachfolgend dargestellt.

urlaubsantrag-contenttypemodell.png

Als genereller Vorteil hat sich die Verwendung und Modellierung von Datenstrukturen in Content Types erwiesen, auf die ich in einem zukünftigen Blogpost gern eingehen werde.

Die Visio-Vorlage gibt es hier zum Download: WSS_DataTypes.

25. Februar 2009

SharePoint: WSS 3.0 versus MOSS 2007

SharePoint ist eine gern genutztes Produkt um Collaboration-Plattformen zu etablieren, auf denen Benutzer Dokumente ablegen, gemeinsam bearbeiten und Daten in Form von Listen austauschen könnnen. Diese Funktionalitäten werden bereits mit den Windows SharePoint Services 3.0 (WSS 3.0) angeboten, so dass sich für viele Anwender und Kunden stets die Frage aufzwängt, ob sich die Verwendung der kostenpflichtigen Version – sprich dem Microsoft Office SharePoint Server 2007 (MOSS 2007) lohnt. Diese Frage muss in jedem Projekt neu beantwortet werden, da es passende Szenarien für beide SharePoint-Versionen gibt.

Feature-Überblick

Eine Auflistung der Features, die man vielleicht in WSS erwartet würde, aber nur in MOSS findet, hat Kevin Hoffmann bereits in einem Blogeintrag erstellt.

Besonders entscheidend finde ich die Tatsache, dass Benutzerprofile erst im MOSS verfügbar sind und in WSS somit keine serverweite Datenbasis für Benutzer existiert. Aus diesem Grund gibt es in WSS auch keinen standardmäßigen Import von Benutzerdaten aus einem Active Directory. Stattdessen müssen die Benutzer ihre Daten autark auf jeder SiteCollection selbst pflegen. Gespeichert werden die angegebenen Daten in der entsprechenden User Information List der jeweiligen SiteCollection.

Die Bereitstellung einer serverweiten Datenbasis für Benutzerinformationen ist meines Erachtens eine Grundvoraussetzung zur adäquaten Realisierung von Portalen.

Eine sehr umfangreiche Auflistung, Beschreibung und Vergleich der jeweiligen SharePoint Features findet man auch auf den Seiten der Miles Consulting Corp.

Lizenzierung und Kosten

Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich auch das Thema Lizensierung, da die benötigten Lizenzen und die damit verbundenen Kosten für WSS und MOSS sehr stark differieren. Eine Übersicht der anfallenden Kosten für die typischen SharePoint Farm-Konfigurationen hat Fabian Moritz in einem sehr interessanten Blogeintrag veröffentlicht.
Als Ergänzung und Richtlinie hat er auch eine Übersicht mit den ungefähren Preisen je Lizenz in seinem Blog veröffentlicht. Die dort aufgeführten Preise sind jedoch nur als Richtwerte zu verstehen, da die endgültig zu zahlenden Preise stark von den jeweiligen Partnern bzw. der Kundenbeziehung zu Microsoft abhängen.

5. Februar 2009